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AKTUELLE TRENDS AUF DEM DEUTSCHEN IMMOBILIENMARKT.

Aufgrund seiner Größe mit rund 40,3 Mio. Wohneinheiten und seinem Anteil am gesamten Anlagevermögen in Höhe von etwa 47 % kommt dem Wohnungsmarkt in Deutschland eine besondere Bedeutung zu (Quelle: GENESIS-Online, Stand: 31.12.2016). Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland die geringste Wohneigentumsquote aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-28) hat. Lediglich rund 52 % der Deutschen wohnen in den eigenen vier Wänden. Der Durchschnitt in Europa liegt bei ca. 69 %. In Frankreich liegt die Wohneigentumsquote bei knapp 65 %, in Spanien sogar bei rund 78 % (Quelle: Eurostat, Stand: 2016).

Aktuelle Studien und Prognosen weisen darauf hin, dass gerade in den deutschen Ballungszentren Wohnraum fehlt und dieser Mangel auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und können unter anderem auf die zunehmende Migration in diese Räume (Zuwanderung aus dem Ausland, Binnenmigration), die Zunahme der durchschnittlichen Wohnfläche pro Person sowie dem Trend zu Ein-Personen-Haushalten zurückgeführt werden.

Informieren Sie sich hier über die aktuellen Trends und Marktforschungsergebnisse zur Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes in Deutschland.


WOHNRAUM WIRD IMMER KNAPPER, BESONDERS NEUBAUTEN FEHLEN IN DEUTSCHLAND.

Zu wenige Wohnungen und steigender Bedarf

In den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist die Zahl der neu gebauten Wohnungen zunächst stark zurückgegangen, seit 2008 steigt sie wieder leicht an. Allerdings ist im Jahr 2017 wieder ein Rückgang der Baugenehmigungszahlen um rund 7 % zu verzeichnen. Die Zahl der neu gebauten Wohnungen, insbesondere in den Ballungsgebieten Deutschlands, ist seit Jahren zu gering, um die bestehenden Defizite auszugleichen. Im Jahr 2016 sind in Deutschland lediglich 3,4 Wohnungen je 1.000 Einwohner fertiggestellt worden.

Verstärkung des Wohnraummangels

Neben der zu geringen Anzahl an Baugenehmigungen und -fertigstellungen von Wohnungen insgesamt, d.h. auch unter Berücksichtigung der Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden, die die Schaffung neuen Wohnraums nach sich ziehen, ist die reine Neubautätigkeit zur Errichtung von Wohnungen in neu gebauten Wohngebäuden zu gering. Die Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden lag im Jahr 2016 bei insgesamt rund 316.500 Wohnungen. Die Zahl der fertigstellten Wohnungen belief sich in diesem Kontext auf etwa 240.000. Dies bedeutet, dass lediglich 2,9 Wohnungen je 1.000 Einwohner in neu errichteten Wohngebäuden erstellt wurden. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müssten etwa 5 Wohneinheiten je 1.000 Einwohner errichtet werden. Daher wird davon ausgegangen, dass der Wohnraummangel, insbesondere in den Ballungsgebieten und Städten, auch in den nächsten Jahren weiterhin bestehen bleibt.

Nebenkosten steigen noch schneller als Mieten

In den letzten Jahren sind vor allem die Mietpreise in den deutschen Städten und Ballungsgebieten kontinuierlich und stark angestiegen. Seit 1995 sind die Mietpreise laut Verbraucherpreisindex um knapp 34 % gestiegen. Doch nicht nur die eigentliche Miete, sondern auch die Preise der Nebenkosten haben sich in diesem Zeitraum gesteigert. Dabei sind es vor allem die warmen Nebenkosten, die einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Seit 1995 haben sich diese nahezu verdoppelt. Daher werden sie heute oftmals als „zweite Miete“ bezeichnet, die das Wohnen immer teurer werden lassen.


MEHR HAUSHALTE UND GRÖßERER PLATZBEDARF PRO PERSON.

Seit den 1990er Jahren gibt es neben der kontinuierlich steigenden Zahl an Einwohnern in Deutschland drei Megatrends:

  1. Der Wohnflächenbedarf ist in den letzten 20 Jahren von 36 m² auf 46 m² pro Person gestiegen.
  2. Immer mehr Menschen leben in Haushalten mit nur noch ein oder zwei Personen. Jeder dritte Haushalt in Deutschland ist ein Single-Haushalt. In den Metropolen wie Hamburg oder Frankfurt am Main liegt die Zahl bei 50 %.
  3. Die Menschen wollen wieder in den Städten wohnen und verlassen die ländlichen Regionen.

DIE WOHNUNGSKNAPPHEIT WIRD SICH WEITER VERSCHÄRFEN.

Fast eine Million Wohnungen fehlen den größten deutschen Wachstumsmärkten in den nächsten 15 Jahren laut einer Studie für die Allianz Baufinanzierung. Diese geht davon aus, dass Deutschland mit vergleichbarer Zuwanderungsintensität wie die Schweiz wächst.

Von diesem drastischen Mangel sind vor allem die Regionen München, Berlin, Rhein-Main, Stuttgart, Hamburg, Köln, der südliche Oberrhein (Freiburg/Offenburg), Hannover und Düsseldorf betroffen. Wichtigste Treiber für diesen Trend sind die Zuwanderung aus der EU und aus dem Ausland (ca. 27 %) und die Binnenmigration in die wirtschaftlich starken Regionen (ca. 73 %). Nur wenn die Bautätigkeit nicht nachlässt, könnten sich die Märkte bis 2045 wieder etwas entspannen.